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Die Freie und Hansestadt Hamburg hat 107 Stadteile – aber nur ein Finkenwerder.
Was macht diesen Stadtteil so besonders? Vermutlich denkt jeder Hamburg zuerst an die bekannten Gebrüder Kinau - Johann (Gorch Fock), Rudolf und Jakob - die Leben und Arbeiten auf Finkenwerder in einzigartiger Form beschrieben, natürlich op Platt!.
Was das dichterische Werk der Kinaus durchzieht, erklärt bis heute den besonderen Charakter des Kleinods Finkenwerder: Auf einer Insel ist die Fläche nun einmal begrenzt und das konzentriert, verdichtet, potenziert alles, was das menschliche Leben ausmacht.
Man sieht das zum Beispiel am blühenden Vereinsleben: es gibt hier nicht nur eine, sondern sogar zwei weit über Hamburg hinaus bekannte Folkloregruppen, außerdem einen beneidenswert lebendigen, mitgliederstarken Sportverein, eine ganze Reihe von Gesangvereinen, und eine überaus aktive Heimatvereinigung. Und nicht zuletzt den Kulturkreis Finkenwerder. Das zeigt: Hier kennt man sich, hier vertraut man sich, – so war es früher, so ist es heute.
In diesem Bewusstsein feiern Sie in diesem Jahr das 775. Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung Finkenwerders. Aber dabei geht Ihr Blick auch nach vorne, denn keine Stadt kann von Tradition allein leben, man muss auch die Zukunft im Visier haben. Das wird stellvertretend für Hamburg in Finkenwerder besonders anschaulich, denn hier sind wir vom Wasser buchstäblich in die Luft gegangen: Wo früher Tausende auf den Schiffswerften schufteten, arbeiten heute Tausende bei Airbus – 12 000 um genau zu sein, und sie machen unsere Stadt zum zweitgrößten Standort der europäischen Luftfahrtindustrie. Ein ganz großes Stück Hamburger Zukunft trägt deshalb den Stempel Made in Finkenwerder.
Die Insulaner haben die damit verbundenen Belastungen stets mit großer Geduld ertragen, und insofern ist dieses historische Jubiläum sicherlich eine geeignete Gelegenheit, um Ihnen allen im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg dafür unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen.
Apropos Zukunft: Ich bin überzeugt, dass die weitere positive Entwicklung Finkenwerders mit der Realisierung der Ortsumgehung im Jahre 2012 einen neuen Schub erhält und ich kann Ihnen versichern, dass die Insel auch in Zukunft im Fokus der Senatspolitik stehen wird.
Lassen Sie mich Ihnen allen zum Schluss im Namen des Senats und aller Bürgerinnen und Bürger ganz herzlich zu diesem besonderen Jubiläum gratulieren:
Herzlichen Glückwunsch, Finkenwerder!

Erster Bürgermeister
Olaf Scholz
Der Neue RUF, Samstag, 21. Mai 2011

Stacksignale, Flohmarkt und ein "Landrath" nebst Freunden
Großes Hafenfest zum 775. Jubiläum
(pm) Finkenwerder.Zu einem Traditionsfest gehört auf Finkenwerder unbedingt die Beziehung zum Wasser, zur Schifffahrt und zur Fischerei! Diese Idee einiger Vereine fand auch in den Vorbereitungen des Jubiläumsjahres Anklang. Das "Finkenwerder Hafenfest" war geboren. Nun steht auch das Programm und die beteiligten Vereine freuen sich auf möglichst viele Besucher. Die Gastronomie ist beim Festwirt der Karkmess, Thomas Soltau, in guten Händen.
Das Fest beginnt am Freitag, 27. Mai, um 18.00 Uhr mit dem ersten "Stacksignale" Open Air-Rock/ Blues Abend. Auf der Bühne am Kutterhafen präsentieren sich bekannte deutsche und internationale Blues-Bands. Vorher erhalten ab 15.30 Uhr Nachwuchs-Schülerbands aus Finkenwerder die Chance, sich einem größeren Publikum darzustellen. Die Bühne befindet sich auf der Freifläche am Kutterhafen. Am Sonnabend, 28. Mai, findet entlang des Köhlfleet Hauptdeichs und rund um den Kutterhafen ein privater, nicht gewerblicher Flohmarkt statt – professionelle Flohmarkthändler nicht zugelassen. Vielmehr sind Privatpersonen aus Finkenwerder und Umgebung aufgefordert, den Flohmarkt zu beschicken.
Die Veranstalter hoffen auf rege Beteiligung und darauf, dass die Angebote auch dem gewünschten maritimen Charakter des Flohmarkts entsprechen. Anmeldungen nimmt das Blumenhaus Schöndube unter der Telefonnummer 742 94 45 entgegen. Die Werbegemeinschaft Inseltipp im Gewerbeverein Finkwarder lädt von 10.00 bis 18.00 Uhr zum Stöbern und Schlendern über den Flohmarkt auf dem Köhlfleet-Hauptdeich ein. Über 70 Anbieter haben sich bereits angemeldet. Er wird durch einen Drehorgelspieler eröffnet. Der Kulturkreis ist mit einem Stand vertreten, an dem alte Fotos betrachtet werden können während Kenner des Stadtteils Fragen zum ehemaligen Finkenwerder beantworten. An den Schlängeln des Kutterhafens werden nicht nur die bekannten Oldtimer-Schiffe des Finkenwerder Gaffelkonsortiums liegen: Die "Freunde des Hochseekutters Landrath Küster" haben die Zusage erhalten, dass auch die beiden anderen letzten historischen Finkenwerder Hochseekutter "Astarte" aus Bremerhaven und "Präsident Freiherr von Maltzahn" (Hamburg), nach Finkenwerder kommen. Als weitere Attraktion wird der Dampfschlepper Claus D. aus dem Museumshafen Övelgönne hier festmachen. Alle Schiff e bieten gegen eine Gebühr ab Stack auch kurze Törns auf der Elbe an. So können die Schiffe auch in Fahrt erlebt werden.
Auf der Bühne am Kutterhafen präsentieren sich an diesem Tage ab 13.00 Uhr die Finkenwerder Gesangvereine: Frauenchor Frohsinn (14.30 bis 15.00 Uhr), Männergesangverein Germania (14.00 bis 14.30 Uhr) und Liedertafel Harmonie (12.30 bis 13.30 Uhr) sowie das Orchester Airbus Hamburg von 15.00 bis 17.00 Uhr). Am Sonntag, 29. Mai beginnt das Programm für die Besatzungen der historischen Kutter sehr früh. Auf dem Plan steht, wie schon einmal, eine Traditionsfahrt zum Hamburger Fischmarkt, die um 6.00 Uhr beginnt. Die Rückfahrt vom Anleger Fischmarkt beginnt um 9.00 Uhr. Diese Fahrten sind nach einer Ankündigung im Kössenbitter sehr begehrt, aber es sind noch Plätze vorhanden. Die Schiffe erheben eine Gebühr von 20,00 Euro pro Teilnehmer. Der Erlös kommt ungeschmälert dem Erhalt der historischen Kutter zugute!
Im weiteren Verlauf des Tages laden die "Freunde des Hochseekutters Landrath Küster" ab 12.00 Uhr zu einem Frühschoppen mit Matjesbroten und zu einem Platzkonzert mit der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Neuenfelde sowie dem Männerchor "Germania" ein. Um 15.00 Uhr tritt darüber hinaus die Lütt Finkwarder Speeldeel (Leitung: Cordula Kaiser) auf.
Der Neue RUF, Samstag, 14. Mai 2011


Endlich einmal in Finkenwerder
Marine gratulierte zum 775. Geburtstag
(pm) Finkenwerder.Finkenwerder kann nicht auf eine ausgesprochene Marinetradition zurück blicken. Trotzdem freute sich die Veranstalter der Festivitäten rund um das 775. Jubiläum Finkenwerders, das in diesem Jahr gefeiert wird, am vergangenen Wochenende gleich zwei Boote der Bundesmarine – das Minensuchboot"Homburg" sowie das Schnellboot "Hermelin" nebst dem etwas kleineren MHV 805 "Gemini" aus Dänemark im ehemaligen Kutterhafen zu begrüßen. Dort waren die drei Schiffe am Freitag vergangener Woche in unmittelbarer Nähe der MS Altenwerder vor Anker gegangen. "Es ist der erste Besuch von deutschen Marine-Einheiten seit über 15 Jahren", wusste Kurt Wagner, Gründer des Kulturkreises zu berichten. Entsprechend herzlich fiel die Begrüßung aus.
Der Bezirksamtsleiter Markus Schreiber und der Regionalleiter für Finkenwerder, Hartwig Behrens, mussten an Bord der "Homburg" zahlreiche Hände schütteln. Kapitänleutnant Tim Amelunxen, Kommandant der"Homburg" bekannte, dass er mit seinem Boot schon immer gerne einmal nach Finkenwerder kommen wollte.
Ein Zufall machte es, wie Kurt Wagner berichtete, schließlich möglich."Ich gehe davon aus, dass Sie hier liegen bleiben und uns beschützen weil es hier so schön ist", sagte Schreiber und tauschte mit Amelunxen sowie mit Kapitänleutnat Thomas Mansfeld, Kommandant der "Hermelin" artig Geschenke aus: Bilder mit maritimem Charakter und Wappen wechselten den Besitzer während sich Frank Röhlig, als Sprecher der Arbeitskreise, die die Aktivitäten für dieses Jubiläumsjahr organisieren, freute, die Botschafter der Marine einmal auch auf Finkenwerder begrüßen zu dürfen. Der "Gemini"-Kapitän Lund Larsen hatte indessen ein ganz anderes Problem:"Der Kutterhafen Finkenwerder ist auf unserem dänischen Kartenmaterial nicht verzeichnet", bekannte er freimütig, was den Besuch aber letztlich nicht zum Scheitern verurteilte. Mit einem herzlichen "mange tak" bedankte er sich für die Einladung. Am Abend des ersten Besuchstages stand zum Kennenlernen ein Cocktailempfang auf dem Programm. Ausdrücklich erwünscht: die Damen mit Hut. Am Heck des Bootes empfing Kommandant Amelunxen seine Gäste: Vertreter aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Hauch von "rotem Teppich" machte sich breit, als die zumeist "gut behüteten" Damen an Bord gingen. Adolf Fick, 1. Vorsitzender des Kulturkreises, erwies sich als guter Gastgeber und schlug den Bogen gekonnt von der Hochseefischerei zur Marine. Aufgabe der Schiff sbesatzung sei auch die Wahrnehmung repräsentativer Aufgaben, so wie an diesem Abend, sagte Amelunxen in seiner Begrüßung. Bei Schnittchen, Sekt, Bier und Cocktails kam man mit der Besatzung schnell ins Gespräch. Die Gäste der Crew staunten nicht schlecht als sie beispielsweise erfuhren, dass die Besatzung der Homburg (5.500 PS) auch heute noch, bald 60 Jahre nach Kriegsende, größtenteils damit beschäftigt ist, Minen in der Nord- und Ostsee zu entschärfen."Das ist eigentlich unsere wichtigste Aufgabe", sagte Amelunxen. Gerade in Bereichen wo Pipelines oder Leitungen verlegt werden, versuche die "Homburg" nach der Ortung durch ein Sonar diese explosiven Kriegsrelikte zu entschärfen. Damit bei der Sprengung etwaige Erschütterungen die Mess- und Anzeigengeräte auf der Brücke nicht in die Irre führen, sind diese allesamt auf Federn montiert, die die Schockwellen abfangen. Sollte es Schwierigkeiten beim Abtasten des Meersgrundes geben, kann auch eine ferngesteuerte Sea-Fox Drohne zum Einsatz kommen, im Extremfall die Taucher. Vorstellbar wäre im Rahmen einer NATO-Aktion auch der Einsatz vor der lybischen Küste um die verminten Häfen wieder zugänglich zu machen.
Gänzlich anders sind die Aufgaben der "Hermelin" gelagert. Als Schnellboot würde sie im Fall eines Falles eventuellen Angreifern einen ersten heißen empfang bescheren. Ausgerüstet mit – unter anderem – MM 38 Exocet-Raketen, die eine Reichweite von 38 Kilometern haben und pro Stück 1.200.000 DM gekostet haben, operiert das Schnellbot ausschließlich in Küstennähe. An den beiden folgenden Tagen machten die Bürger von dem Angebot die Boote besuchen zu dürfen, eifrig Gebrauch. Die Beatzungen beantworteten zahlreiche Fragen, besteht doch nicht alle Tage die Möglichkeit, sich an Bord solcher schwimmenden Einheiten umzusehen. Den Crews wurde auch Zeit zum Landgang gewährt. Sie besuchten das örtliche Airbus-Werk und am Sonntag luden die Gastgeber schließlich zu einer gemütlichen Zusammenkunft auf die Altenwerder ein: Der maritime Rahmen blieb.
Der Neue RUF, Samstag, 19. Februar 2011

Ehrenmitglied Kurt Wagner Hölzerner Apfel ging diesmal an Peter Voss
(pm) Finkenwerder. Kurt Wagner – "Ein Mann für alle Fälle" – wie es Adolf Fick, 1. Vorsitzender des Kulturkreises, formulierte, wurde auf die Bühne der Aula gebeten. Der Kulturkreis ernannte den Gründer des Kulturkreises in Würdigung seiner langjährigen Verdienste um das Kulturleben in Finkenwerder zu seinem Ehrenmitglied.
Ohne das kreative Umfeld sei das Wirken des Kulturkreises gar nicht möglich gewesen, spielte Kurt Wagner den Ball an seine Mitstreiter zurück. Adolf Fick überreichte sodann im Namen des Kulturkreises die Ehrenurkunde.
So geschehen am Sonnabend bei der Auftaktveranstaltung zum 775. Jubiläum von Finkenwerder. Es war der Bezirksamtsleiter Markus Schreiber, der die Sache auf den Punkt brachte: "Die Auftaktkonzerte des Kulturkreises sind ein erstes Highlight unter den kulturellen Veranstaltungen des Jahres. Sie sind aber auch zu einem Ereignis geworden, zu dem sich ganz Finkenwerder am Jahresanfang begegnet. Wer nicht dabei sein kann oder will, muss auf Finkenwerder schon einen triftigen Grund haben. Man würde ihn vermissen!" Doch in diesem Jahr war die Auftakt-Veranstaltung in der Aula der Stadtteilschule etwas ganz Besonderes, läutete sie doch ganz offiziell die Feierlichkeiten für dieses Jubiläum ein. Eingeladen hatte der Kulturkreis Finkenwerder, der die Federführung für die Organisation dieses Festjahrs übernommen hat. Indessen hat Schreiber auch die Schirmherrschaft über die Festivitäten übernommen.
"In diesem Jahr toppte der Kulturkreis wieder einmal alle seine bisherigen Aktivitäten", fuhr Schreiber fort.
In der Tat. Zwei Hochkaräter konnten für das Programm verpflichtet werden: Die Traditional Old Merry Tale Jazzband sowie Gerd Spiekermann. Was die Gäste aus Neuburg an der Donau – 20 Mitglieder des Stadtrates waren extra aus Bayern angereist – eine Stadt, die dem Kulturkreis und Finkenwerder freundschaftlich verbunden ist, erlebten, war, wenngleich sie des Plattdeutschen nicht mächtig waren, einen Abend nach Maß. Im Wechsel spielten sich die Jazzer und Spiekermann, der mit seinen im Stil eines Entertainers vorgetragenen Geschichten wahre Lachsalven auslöste, die Bälle zu und das Publikum genoss es in vollen Zügen.
Das musikalisch-literarische Programm bestätigte die eingangs gemachte Feststellung des Bezirksamtsleiters, dass der Kulturkreis im 21. Jahr seines Bestehens weit über sich hinaus gewachsen sei, und das, obwohl– oder gerade weil – seine Mitglieder und zumal die Akiven, freiwillig große Verantwortung übernehmen. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund werde sich die Bezirksversammlung mit Sicherheit nicht einem Zuwendungs-Antrag verschließen, kündigte er – im Vorgriff auf die Entscheidung – an. Schließlich sei es der Kulturkreis, der durch Bürgerengagement mehr bewege als jeder Verwaltungsakt, fuhr der Mitte-Chef fort. Der Vorstand des Kulturkreises vernahm es mit Freude. "Hut ab" sagte dann auch Dr. Bernhard Gmehling, Oberbürgermeister der Residenzstadt Neuburg a.d. Donau und erläuterte den Hintergrund der verbindenden historischen Bande, die man auch in Zukunft pflegen wolle. Diese gehen bis auf das Jahr 1189 und Kaiser Barbaraossa zurück, der dem Grafen Adolf III. qua Freibrief Privilegien zugestand – betreff end eben diese – damalige – Elbinsel Finkenwerder. An der Donau habe folglich des Standesamt für Finkenwerder gestanden. Nun freue er sich, dass die Nachfahren der "Geburtshelfer" Finkenwerders Gäste dieses Festaktes sein durften. Er erinnerte auch an den ehemaligen Orts- bzw. Bezirksamtsleiter Peter Reichel, der diese freundschaftlichen Beziehungen nach Kräften gefördert hatte. Peter Reichel war im Herbst nach einer schweren Krankheit gestorben.
Der Kulturkreis Finkenwerder zeichnete nicht zuletzt Peter Voss, Vorstand der Baugenossenschaft "Finkenwärder Hoffnung" mit den Hölzernen Apfel aus. "Es ist eine Delikatesse, mit ihm zusammen zu arbeiten. Er hat mit seiner kleinen Mannschaft viel bewirkt", stellte Kurt Wagner in der Laudatio fest. Seit 32 Jahren ist Peter Voss nun in Finkenwerder tätig. In dieser Zeit hat er nicht allein für die Realisierung von hochwertigem Wohnungsbau verantwortlich gezeichnet sondern in gleichem Maße auch für Kunst im öffentlichem Raum. In seiner Funktion hat er außerdem dem Kulturkreis manche Tür geöffnet – dafür nun die Auszeichnung.
Augsburger Allgemeine, Freitag, 18. Februar 2011
Auf der Orgel im Hamburger Michel durfte Neuburgs Kirchenmusiker und
Stadtrat Josef Götzenberger ein kleines Konzert zum Besten geben.
Freundschaftsbesuch – In Hamburg wird ein Traum wahr
Neuburger Delegation bei 775 Jahre Finkenwerder.
Götzenberger spielt auf Orgel in der Michaelikirche
Neuburg/Hamburg Sie wird Fischerinsel, sie wird aber auch Trauminsel genannt, das beschauliche Stück Erde im Süden von Hamburg. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Finkenwerder vor 775 Jahren und das haben die Finkenwerder Vereine und der Kulturkreis e. V. am Wochenende gefeiert. Eingeladen dazu war, wie berichtet, auch eine Delegation aus dem befreundeten Neuburg.
Die 22-köpfige Delegation unter Leitung von Oberbürgermeister Bernhard Gmehling wurde in Hamburg herzlich empfangen und das ganze Wochenende bestens betreut. Unter der Federführung des Vorstandsmitgliedes des Kulturkreises, Bernhard Preuß, war der Wochenendaufenthalt nicht nur hervorragend vorbereitet und organisiert worden. Sogar einen Kindheitstraum konnten die Hamburger für den Stadtrat und Kirchenmusiker Josef Götzenberger in Erfüllung gehen lassen. Er durfte auf der weltberühmten Steinmeyer-Orgel in der Michaeliskirche ein kurzes Konzert geben.
Beim Festakt am Samstagabend in der Aula des Finkenwerder Schulzentrums war gute Laune und beste Unterhaltung mit Jazzmusik angesagt. Der 1. Vorsitzende des Kulturkreises Finkenwerder, Adolf Fick, konnte neben dem Bezirksbürgermeister von Hamburg-Mitte, Markus Schreiber, eine Vielzahl von Ehrengästen begrüßen. Oberbürgermeister Gmehling betonte in seiner Ansprache noch einmal die langjährigen kulturellen Verbindungen zwischen Finkenwerder und Neuburger Vereinen. Er erinnert auch daran, dass die Weltstadt Hamburg mit Neuburger "Geburtshilfe" überhaupt erst zur Metropole wurde, denn schließlich hat Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahre 1189 in Neuburg die Freihafenurkunde für Hamburg ausgestellt. Dies war auch das Thema des humorvollen Überraschungsgedichtes, das Hans Wörl vom Neuburger Volkstheater unter großem Beifall spontan zum Besten gab.
Höhepunkt des Abends war freilich die Verleihung der Ehrenpräsidentschaft an den langjährigen Vorsitzenden und Gründungsmitglied des Kulturkreises Finkenwerder, Kurt Wagner.
Nach einer fachkundigen Stadtführung durch die Hamburger Nobelbezirke, aber auch das St. Pauli-Viertel und einem Besuch des Hamburger Rathauses, trat die Neuburger Delegation nach einem erlebnisreichen Wochenende am Sonntag die Rückreise nach Neuburg an. Selbstredend sprach OB Gmehling gegenüber den Hamburger Freunden eine Einladung zum diesjährigen Schlossfest aus. (nr)
http://www.augsburger-allgemeine.de/neuburg/sport/In-Hamburg-wird-ein-Traum-wahr-id13693841.html
Der Neue RUF, Samstag, 29. Januar 2011
Finkenwerder Schüler als "Kunstfälscher"?
Einmalige Ausstellung im Hotel "The Rilano"
(pm) Finkenwerder. Wenn Kunstfälscher am Werk sind, dann ist höchste Vorsicht geboten. Anders in Finkenwerder: Unter dem Motto "Kunstfälscher" stellen 80 Finkenwerder Schüler aus der Stadtteilschule sowie vom Gymnasium vom 5. Februar bis zum 4. März 80 Bilder im Hotel "The Rilano" am Hein-Saß-Weg- 40 auf Finkenwerder aus. Sie sind in Anlehnung an (Vor)Bilder zahlreicher Finkenwerder Künstler entstanden.
Mit der Förderung durch die Baugenossenschaft Finkenwärder Hoffnung e.G. und des Hotels "The Rilano" (ehemals "Golden Tulip") konnte der Kulturkreis Finkenwerder mit den beiden Schulen im Rahmen des 775. Insel-Jubiläums ein Kunstprojekt für die Schüler der Klassen 8 bis 11 planen und durchführen. Bekannte Finkenwerder Maler stellten Bilder ihrer Originale zur Verfügung, die im Kunstunterricht von den Schülern nachempfunden werden sollten. Das Ergebnis wird ab Freitag, 4. Februar im Hotel für vier Wochen lang gezeigt. Die Vernissage dieser nicht alltäglichen Ausstellung beginnt um 19.30 Uhr. Die Künstler und die Initiatoren des Kulturkreises beurteilen das mittlerweile vorliegende Ergebnis als "beeindruckend und überraschend".
Das Ergebnis hat die Veranstalter, wissend, dass alle die leichte Ironie verstehen, veranlasst, der Ausstellung diesen Namen zu geben, ohne damit die Leistung der Schüler kritisieren oder schmälern zu wollen, im Gegenteil! "Der Erfolg dieser Art von Zusammenarbeit mit den Schulen im Interesse unserer Finkenwerder Jugend ermutigt den Kulturkreis, sie fortzuführen", sagte Uwe Hansen, Sprecher des Kulturkreises.
Unter anderen konnten die Maler Werner Schultz, Christian Meier, Jessica McClam, Hinrich Stroh oder auch Marc Bronner gewonnen werden. Ihre Originale werden dann neben den Bildern der Schüler hängen. Auch wenn die Vergleiche selbstredend hinken– Vergleichen ist ausdrücklich gewünscht. "Es ist eine spannende Geschichte", schwärmte Kurt Wagner, Gründer des Kulturkreises, und nicht zuletzt "ein künstlerischer Dialog zwischen den Malern und dem potenziellen Nachwuchs", den zu Fördern sich der Kulturkreis auf die Fahnen geschrieben hat. "Der Erfolg dieser Art von Zusammenarbeit mit den Schulen im Interesse unserer Finkenwerder Jugend ermutigt uns, sie fortzuführen," betonte er. Nicht zuletzt ist die Ausstellung auch ein Dialog zwischen den Generationen. In ihrer Machart ist diese Art der Ausstellung in Deutschland bisher einzigartig, "das hat bisher in dieser Form noch niemand gemacht", bestätigte Wagner. Entsprechend groß sei die Begeisterung bei Künstlern und Schülern gewesen. Die Kunstwerke, die auf diese Weise entstanden sind, sollen im Sommer versteigert werden. Der Erlös wird in die Kunstförderung an den Finkenwerder Schulen investiert um die Kreativität des Nachwuchses zu fördern.
Eröffnet wird die Ausstellung im Beisein von Schülern, Lehrern und Eltern sowie Gästen des Kulturkreises.
Zur Eröffnung spricht der bekannte Hamburger Maler und Bildhauer Axel A. Groehl.
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